Mentale Freiheit ist der Minimalismus des Geistes

Mentale Freiheit ist der Minimalismus des Geistes

Wir wünschen uns wieder das «alte Leben» und damit unsere Gewohnheiten zurück. Und gleichzeitig wissen wir, dass es für uns heisst neu zu denken. Und das ist anstrengend. Unsere mentale Haltung bestimmt, wie wir mit der Situation umgehen können und wie wir daraus hervor gehen werden. Lassen Sie uns bewusst daran arbeiten! Mein Motto für das kommende Jahr lautet ›Mentale Freiheit‹. Warum? Weil ich genug davon habe, dass sich mein Geist mit Dingen beschäftigt, welche ich doch nicht beeinflussen kann. Das raubt mir Energie, lenkt den Fokus auf Nebensächliches und produziert Ausreden. Das bremst, das führt in eine Stagnation und macht keine Freude.

Warum lösen meine Mitarbeiter ihre Probleme nicht selbst?

Wenn es stimmt, dass mentale Freiheit der Minimalismus des Geistes ist, dann ist die Lösung einfach: Innerlich gnadenlos ausmisten! Sie kennen das mit materiellen Dingen. Sie stehen im Wege, sie nehmen Platz weg, werden hin und her geräumt und sie bestimmen so mehr über uns, als uns lieb ist. Irgendwer hat mal einmal die Frage gestellt: «Besitzen wir die Dinge oder besitzen die Dinge uns?». Ich möchte das nicht so absolut betrachten, wie es im Minimalismus proklamiert wird. Dennoch, der Ansatz gefällt mir. Es gibt ein paar wichtige Dinge, die dienlich für mein Leben sind.

Doch es gibt genügend Sachen, welche hinderlich sind. Intellektuell ist uns das klar. Doch nicht selten haben wir dafür einiges investiert. Und so kommt die Emotion, welche die Trennung häufig so schwer werden lässt. «Das war so teuer», «andere wären froh, sie hätten so was…», «Vielleicht brauche ich es ja doch noch mal» usw. Das Ergebnis: nichts verändert sich und es bleibt alles beim Alten…

Gelingt es uns jedoch eine wirkliche Entscheidung zu fällen und wir können uns davon trennen, dann befreit das. Neuer Raum entsteht für Neues, setzt häufig Energien frei und bildet damit den Beginn für eine Veränderung.

Und genauso erlebe ich es mit den mentalen Dingen. Da gibt es Gedankengänge und Überlegungen welche förderlich sind. Und es gibt auch einige, welche hinderlich sind. Meist habe ich mich nicht bewusst dafür entschieden, sondern bin irgendwie in diese Denkmuster gerutscht. Vielleicht waren oder schienen sie am Anfang auch logisch, wertvoll, interessant oder spannend. Doch die Ergebnisse zeigen, dass sie mittel und längerfristig mir im Wege stehen. Wie die Gegenstände eben auch. Anders als Gegenstände werden sie jedoch zu (Denk-)Gewohnheiten, zu hinderlichen Gewohnheiten, um genauer zu sein. Und Gewohnheiten zu verändern ist wahrlich eine der grösseren Herausforderungen.

Identifizieren hinderlicher Denkmuster
In einem Bereich, in welchem ich nicht die gewünschten Ergebnisse produziere, überlege ich wie meine innere Haltung dazu ist. Wie denke ich, was sind meine Annahmen und Entscheidungsgrundlagen? Wie argumentiere ich und wie erzähle ich anderen davon? Und jetzt wird es spannend: Wie würde die Argumentation lauten, wenn ich die Annahmen alle als haltlos entlarven würde? Achtung! Es geht nicht darum Tatsachen zu leugnen, das wäre eine Dummheit. Es geht darum aufzudecken, welche Annahmen wir als Tatsachen darstellen.
Veränderungen ›im Aussen‹

Um hinderliche Gewohnheiten zu verändern hilft es, erst im Äusseren Dinge zu verändern. Dann laufen die alten Denkmuster nicht mehr automatisch und unbewusst ab, sondern werden eben bewusst(er). So habe ich eine Chance, bewusst wirkungsvollere Entscheidungen zu treffen. Sämtliche Routineunterbrechungen zwingen dazu, dass sich die Gehirnareale neue vernetzen. Also: Da es sich bei mir um ein berufliches Thema handelt, wir nun das Büro umgeräumt und ich gebe mir eine neue Tagesstruktur.

Bewusste Alternativen gestalten und wählen

Natürlich gelingt es durch äussere Veränderungen allein nicht, dass sich alte Gewohnheiten auflösen. Ich werde nicht darum herumkommen, mir neue Verhaltensmuster (und damit Denkmuster) erst einmal auszumalen. «Wie möchte ich anders denken können, sollte ich in ein altes Denkmuster verfallen?». Ich nehme mir viel vor und werde mir für 2 hinderliche Denkfallen ein Alternativ-Szenario entwickeln. Schriftlich.

Selbst-Belohnung

Diese neuen, hilfreichen Denkmuster stark zu verankern wird hoffentlich das angenehmste in meinem Unterfangen sein. Denn ich glaube stark daran, dass Erfolge gefeiert werden sollten. Mein Feiern heisst, dass ich mich selbst belohnen werde. Dazu gilt es täglich einmal am Abend kurz inne zu halten und sich die hilfreichen Gedanken noch einmal zu vergegenwärtigen. Und als Belohnung sich etwas zu gönnen, was Freude bereitet.

 

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Ich jammere, also bin ich

Ich jammere, also bin ich.

Auf dem Weg zum eigenen Schreibtisch. Bevor Sie es überhaupt in die Nähe des Power-Buttons Ihres Computers geschafft haben, sind Sie bereits mit eindrücklichen Schilderungen der ach so schwierigen Herausforderungen im Betrieb eingedeckt. Noch erstaunt darüber, wie schnell Ihre eigene Terminplanung sich als Makulatur erwiesen hat, finden Sie sich in ersten Gesprächen mit Ihren Mitarbeitern. Und über all dem liegt der süße Geruch von „Toll Chef, dass Sie da sind und uns helfen!“. Troubleshooting – Tagesgeschäft eben …

Warum lösen meine Mitarbeiter ihre Probleme nicht selbst?

Diese Frage wird mir häufig gestellt und ich bekomme dann eindrückliche Schilderungen zu hören … „Weil Sie es zulassen?“ stelle ich häufig die Frage zurück. Die Reaktionen darauf können Sie sich vorstellen.

Ein Grundbedürfnis von uns ist eine gewisse Art von Nähe. Und weil Sie das Abladen der Probleme bei Ihnen zulassen, geben Sie Nähe. Wenn Mitarbeiter auf diese Weise Nähe bekommen, werden sie sich auch so verhalten. Der Schlüssel ist Nähe über Leistung zu geben, nicht umgekehrt.

Müllabladen verboten

Ich plädiere nicht für ein Abblocken von Mitarbeiter-Anfragen. Es geht darum, dass Sie eine klare Unterscheidung für sich finden, wo Sie wirklich in fachlichen Belangen gebraucht werden und wo Sie dieses innere Schild „Müll abladen verboten“ aufstellen können. Ganz klar mit dem Ziel, dem Mitarbeiter seine Verantwortung deutlich zu machen. Ihm zu helfen, die Probleme selber zu lösen, nicht sie für ihn zu lösen. Ihn zu fordern und damit aus der oftmals erlernten Hilflosigkeit heraus wachsen zu lassen.

Schaffen Sie eine Kultur um sich, in der es darum geht Umstände zu verändern, nicht darüber zu klagen. Ein erster Schritt dazu ist es, das Klagen zu verbieten, um dann in einem weiteren Schritt zwei Lösungsvorschläge einzufordern.

Ihre Zeit ist wertvoll!

Übrigens, Sendezeit im Fernsehen ist sehr wertvoll. Deswegen sehen wir auch ganz wenige Interviews mit Sportlern, die erklären, dass der Boden schwierig, das Wetter schlecht oder der Schiedsrichter unfähig war. Wie ist es bei Ihnen, an wen verteilen Sie diese Sendezeit?

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